Berlin : Die FDP überholt die PDS

… bei der Zahl der Kandidaten für die Kommunalwahl. Insgesamt kämpfen 5006 Brandenburger um die Sitze in den Parlamenten der Kreise und großen Städte

Michael Mara

Potsdam. Von Politikmüdigkeit kann in Brandenburg zumindest auf Gemeinde- Ebene keine Rede kein: Bei den Kommunalwahlen am 26. Oktober treten mehr Bewerber an als je zuvor. Nach Angaben von Landeswahlleiter Arend Steenken wurden allein 5006 Bewerber um einen Sitz in den 14 Kreistagen und den Parlamenten der vier kreisfreien Städte zugelassen. Das sind 770 oder rund zwölf Prozent mehr als bei der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren. Im Durchschnitt kommen 5,3 Bewerber auf einen Sitz, wobei das Interesse regional unterschiedlich ist: Potsdam führt mit durchschnittlich 7,7 Bewerbern, Frankfurt (Oder) bildet mit 3,5 das Schlusslicht. Cottbus liegt mit 4,9 Bewerbern je Sitz im Mittelfeld. Dabei bieten alle etablierten Parteien mehr Kandidaten für die politisch interessanten Kreis-Parlamente auf als 1998 – doch gibt es interessante Verschiebungen. Die nicht im Landtag vertretene FDP schickt mit 662 Kandidaten erstmals mehr Kandidaten ins Rennen als die PDS mit 631. Die Sozialisten haben offenbar wachsende Schwierigkeiten, selbst auf Kreisebene geeignete Bewerber zu finden.

Die SPD liegt mit 1081 Kandidaten auf Kreisebene an der Spitze, gefolgt von der CDU mit 938. Die Grünen begnügen sich mit 325 Kandidaten. Unter den anderen sieben zugelassenen Parteien sind auch die Schill-Partei (93 Bewerber), die rechtsextreme DVU (45 Bewerber) und die ebenfalls rechtsextreme NDP (16 Bewerber). Neben den Parteien bieten auch die Listenvereinigungen und Wählergruppen mehr Kandidaten auf. Die Zahl der unabhängigen Einzelbewerber ist dagegen von 19 auf 11 zurückgegangen.

Bei den Kommunalwahlen insgesamt treten jedoch noch weitaus mehr Bewerber an. Denn neben den Kreistagen und Parlamenten der kreisfreien Städte werden am 26. Oktober auch die übrigen Gemeindevertretungen, Ortsbeiräte sowie zahlreiche haupt- und ehrenamtlicher Bürgermeister gewählt. Alle zusammengenommen hat die CDU mit 4669 die meisten Kandidaten im Land, gefolgt von der SPD mit rund 4500. Die PDS stellt gerade einmal auf 2200 Kandidaten auf.

In einzelnen Gemeinden werden die Wähler bis zu drei Stimmzettel abgeben können. Wegen der zeitaufwändigen Auszählung erwartet der Landeswahlleiter die Endergebnisse erst für den Abend des 27. Oktober.

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