Berlin : Die Feinde am "Holzbein" erkannt - Einblicke in Geflogenheiten der Vietnamesen-Mafia

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Tiefe Einblicke in die Gepflogenheiten der so genannten Vietnamesen-Mafia vermittelt ein Prozess, der am Montag vor dem Berliner Landgericht eröffnet wurde. Angeklagt ist der 37 Jahre alte Van Ha N., alias Nguyen Kong H., dem die Staatsanwaltschaft zur Last legt, die Ermordung abtrünniger Bandenmitglieder geplant zu haben. Dabei soll Van Ha N. den unbarmherzigen Plan verfolgt haben, die Leichen seiner Opfer zu zerstückeln und in Säcken verpackt an einen abgelegenen Ort zu bringen. Laut Anklageschrift kam es nur deshalb nicht zur Ausführung der Tat, weil das Opfer sowie ein gesondert verfolgter Vietnamese anlässlich einer Wohnungsdurchsuchung rechtzeitig festgenommen wurden.

Wie bei Prozesssbeginn bekannt wurde, stützte sich die Polizei bei ihren Ermittlungen überwiegend auf Erkenntnisse, die sie durch Telefonüberwachungen von mutmasslichen Zigarettenhändlern gewonnen hatte. Gleich zu Beginn der Verhandlung stellte sich der Angeklagte in Positur und eröffnete dem "Hohen Gericht", dass er Van Ha N. heiße. Danach waren keine brauchbaren Auskünfte mehr von ihm zu bekommen.

Dafür referierte ein als Zeuge geladener Polizeibeamter über die Redewendungen, die mutmassliche Mitglieder der vietnamesischen Mafia am Telefon verwenden. So sei beispielsweise der Begriff "jemand in den Wald bringen" unter Vietnamesen ein Synonym für Mord. Wenn jemand "ein Holzbein" habe, bedeute das keinesfalls, dass der Betreffende invalid sei, sondern stehe für einen feindlichen Informanten. Der Prozess ist zunächst auf 8. Verhandlungstage terminiert und wird am 17. Mai mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt.

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