Berlin : Die Forscher sind das Kapital der Stadt

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„Bei vier Millionen Einwohnern sind drei Volluniversitäten nicht zu viel.“ Oliver Farhauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Staatswissenschaft und Staatspraxis, ist alles andere als ein eiskalter Rechner. Der Diplomökonom nimmt die Geisteswissenschaftler in Schutz, die der Finanzsenator offenbar in die Sparzange nehmen will: „Ein Wirtschaftsingenieur bringt Berlin nicht mehr Nutzen als ein Germanist.“ Und Farhauer hat auch ein Herz für die nicht technischen Fachbereiche an seiner Mutteruniversität, der TU. Sie hätten eine lange Tradition und würden sich zu Recht gegen ihre Schließung wehren.

Überhaupt geht es Farhauer um die Menschen in der Hochschullandschaft. Das „Humankapital“ sei die entscheidende Größe, um wirtschaftliches Wachstum zu produzieren. Deshalb sollte der Senat bei seinem Sparprogramm „zwischen den Verwaltungsaufwendungen und dem Forschungs und Wissenschaftsbetrieb trennen“. Es sei durchaus denkbar, eine gemeinsame Verwaltung aller Berliner Universitäten zu installieren. Möglichst alle Studienplätze, Stellen für Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter sollten jedoch erhalten bleiben. Auch wenn dreifach angebotene Studiengänge – wie die Germanistik – an einer oder zwei Unis zusammengeführt würden.

Für sein Zentrum, an dem Wissenschaftler der drei Unis zusammenarbeiten, oder für die TU Geld zu beschaffen, macht Oliver Farhauer Spaß. Der große Druck, mehr und mehr Drittmittel einzuwerben, sei allerdings auch belastend. Förderanträge an Stiftungen oder die Wirtschaft zu stellen, koste viel Zeit – und teilweise auch die Freiheit, Grundlagenforschung zu betreiben. -ry

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