Berlin : Die Geheimnisse von Berlin

Der Tagesspiegel schenkt seinen Lesern historische Stadtansichten

Andreas Conrad

Vom Jähzorn übermannt, stach Hans-Georg von Hake, Ritter aus Machnow, mit seinem Hirschfänger zweimal zu. Bürgermeister Johann Wedigen sank tödlich getroffen zu Boden. Die Bluttat im Cöllner Rathaus, geschehen am 8. September 1637, löste in der kurfürstlichen Doppelresidenz Berlin-Cölln Entsetzen aus, und die Stadt war doch nach fast 20 Jahren Krieg einiges gewohnt. Abwechselnd war sie von den Kaiserlichen unter Wallenstein und den Schweden unter Gustav II. Adolf heimgesucht worden, mangels hinreichender Befestigung deren Brandschatzungen schutzlos ausgeliefert. Dann hatte sich im Sommer 1637 die Pest zurückgemeldet, und nun auch noch dieser abscheuliche Mord.

Mit der Schilderung des Verbrechens aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges begibt sich der Tagesspiegel in seiner morgigen Ausgabe erneut auf eine Zeitreise durch Berlin. Acht Mal, jeweils sonntags und mittwochs, werden der Zeitung historische Stadtansichten beigelegt – Geschichte zum Sammeln. In der morgigen Ausgabe ist dies eine der frühesten Stadtansichten Berlins, 1652 von dem Frankfurter Verleger Caspar Merian in einer Topographie Brandenburgs gedruckt. Sie enthielt auch den von Johann Gregor Memhard gezeichneten ältesten Stadtplan Berlins, mit dem im Dezember 2002 die erste Zeitreise des Tagesspiegels eröffnet worden war.

Ergänzend zu diesen Berliner Bilderbögen, den Außenansichten der Stadthistorie, gehen wir in redaktionellen Beiträgen ihren Geheimnissen, Rätseln, Merkwürdigkeiten auf die Spur. Die Suche nach der vergessenen Stadtgeschichte startet an einem bestimmten Gebäude, das auf der beigefügten Stadtansicht abgebildet ist. Der Blick richtet sich beim ersten Mal auf das alte, im späten 19. Jahrhundert abgerissene Cöllner Rathaus, das sich im Bereich der Gertrauden- Ecke Breite Straße befunden hatte. Es war Schauplatz des Mordes an Johann Wedigen wie auch wenig später der Hinrichtung des Täters Hans-Georg von Hake aus dem heutigen Kleinmachnow.

Die weiteren Berliner Bilderbögen stammen aus den Jahren 1688, 1840, 1886 und 1900. Auch Potsdam ist diesmal dabei, in einer Ansicht von 1855. Das 20. Jahrhundert ist mit zwei aus großer Höhe aufgenommenen Luftbildplänen vertreten, die den Status quo der Stadt in den Jahren 1953 und 1984 zeigen. Die der Zeitung beiliegenden Stiche werden später – wie auch schon die historischen Stadtpläne der ersten Serie – zu kaufen sein, in Kunstdruckqualität und ungefaltet.

Die morgen beginnende Serie ist mit einem historischen Gewinnspiel verbunden. In jeder Ausgabe wird eine Frage zur Geschichte der Stadt gestellt, unter den Einsendern der richtigen Antwort werden Gutscheine der auf Landkarten und Reiseliteratur spezialisierten Buchhandlung Schropp in der Potsdamer Straße 129 in Schöneberg verlost.

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