Berlin : Die Gemüsesuppe, die aus der Kälte kommt

Jens Mühling

Russland ist in diesem Jahr bei der Grünen Woche das Partnerland. Täglich bis zum 22. Januar empfehlen deshalb Kenner der russischen Küche, was man unbedingt probieren sollte.

Sie kommen aus der Kälte. Anna, Julia und Anna arbeiten während der Grünen Woche als Hostessen in der Russland-Halle – und finden Berlin ziemlich warm: „Bei uns in Moskau fällt meistens im Mai noch Schnee“, sagt Julia, „und hier riecht es schon richtig nach Frühling.“ Wie bitte? Man muss sich schon sehr anstrengen, um draußen im verschneiten Messegarten den Lenz zu erschnuppern. Aber Russen haben da vielleicht feinere Nasen – oder mehr Talent zum Wunschdenken. „Eigentlich ist es schon fast warm genug für eine Okroschka“, meint Anna. „Das ist eine russische Gemüsesuppe, die kalt serviert wird. Es ist eigentlich ein Sommergericht, in Russland isst man Okroschka nur von Juni bis August.“ Aber hier, wo der Frühling schon in der Luft liegt, meint Anna, „hier kann man ruhig schon früher damit anfangen.“ Okroschka ist einfach zuzubereiten: Man schneidet gekochte Kartoffeln, Salatgurken, Radieschen und ein bisschen Wurst in kleine Würfel und streut eine großzügige Portion frisch gehackter Kräuter darüber – vor allem Dill ist wichtig. Dann gibt man ein paar Löffel Kefir dazu und übergießt das Ganze mit kaltem Kwas, einer dunklen, ungesüßten Limonade, die aus Schwarzbrot gemacht wird. Anschließend ein bisschen Meerrettich beimischen und das Ganze kurz umrühren, damit sich der Kefir mit dem Kwas vermischt. „Wenn es draußen heiß ist“, sagt Anna, „gibt es kein erfrischenderes Essen als Okroschka.“

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