Berlin : Die Gewinnerin des Tagesspiegel-Suchspiels wohnt am Scholzplatz

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Als Marianne Kurth am Donnerstag in ihren Briefkasten schaute, rechnete sie nur mit der üblichen Post. Dazu schien auch der große weiße Umschlag ohne erkennbaren Absender zu gehören, den sie zunächst für eine lästige Werbesendung hielt. Doch spätestens, als die Charlottenburgerin ihn öffnete, wich die Skepsis, und sie strahlte vor Freude.

"Wer rechnet schon damit, dass er gewinnt, wenn er bei einem Preisausschreiben mitmacht?", sagte die Hauptgewinnerin des Immobilien-Suchspiels. Dabei habe sie nur aus Spaß teilgenommen, weil ihr das Spiel besonders gefiel. Sie musste den Standort von bekannten Berliner Bauten und Denkmälern erraten, die im Immobilien-Markt des Tagesspiegels versteckt waren.

Aber auch nach dem Öffnen des Umschlags blieb sie ein wenig skeptisch und rief deshalb gleich beim Tagesspiegel an. Danach endlich hatte sie die Gewissheit, dass sie tatsächlich die Hauptgewinnerin ist. Nun kann sie in ihrer Wohnung am Scholzplatz, in der sie seit 20 Jahren lebt, ein halbes Jahr kostenlos wohnen. "Ich habe so oft bei Preisausschreiben mitgemacht", erzählte sie später. Doch nur einmal habe sie einen Berlin-Atlas gewonnen. Für das Geld, das sie nun durch das mietfreie Wohnen spart, werde sie wahrscheinlich die dringend notwendige neue Küche kaufen.

Aber erst einmal wolle sie mit einer Freundin für einige Tage verreisen, sagte die agile Frau, der kaum einer ansieht, dass sie seit kurzem im Ruhestand ist. So verwundert es nicht, wenn sie erzählt, dass sie mit ihren 62 Jahren einen Computerkurs belegt hat. Auch das Klavierspielen hat sie vor kurzem wieder angefangen. Als ihr am Montag in den Räumen des Tagesspiegels dessen Mitarbeiter bei einem Glas Sekt gratulierten, berichtete sie, dass sie vor kurzem einen kleinen Autounfall hatte, so dass der Gewinn ein echtes Trostpflaster für sie sei. Außerdem nahm sie auch einen riesigen weihnachtlich gesteckten Blumenstrauß mit, der auf dem Weg nach Hause unzählige Blicke angezogen haben dürfte. Denn an diesem Tag war sie mit der U-Bahn gekommen.

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