• Die Grünen kontern das "Null-Toleranz-Plakat" der CDU, wollen ansonsten nur noch ihre Verluste gering halten

Berlin : Die Grünen kontern das "Null-Toleranz-Plakat" der CDU, wollen ansonsten nur noch ihre Verluste gering halten

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Zehn Tage vor dem Wahltermin haben auch die Grünen ihren Gegner ausgemacht. Er heißt Eberhard Diepgen, der hinter dem Lächeln des "Berliner Präsidenten die Menschen verhöhnt und Hetze gegen Ausländer betreibt". So sieht es die grüne Vorstandssprecherin Regina Michalik, und diese Botschaft soll auch das druckfrische "Eingreif-Plakat" der Grünen symbolisieren, das sich an ein CDU-Sujet ("Null Toleranz") anlehnt. Damit wollen die Grünen die ihrer Meinung nach negativen Aspekte der CDU-Regentschaft brandmarken. Ziel sei es nicht, so die Spitzenkandidatin Renate Künast, die CDU-Klientel zu gewinnen, sondern der SPD mögliche Sympathisanten abspenstig zu machen. "Wir bieten ihnen an, Grün zu wählen und eine Große Koalition möglicherweise zu verhindern", sagt Künast.

Vom rot-grünen Regierungswechsel träumen die Grünen schon lange nicht mehr. Am 10. Oktober wollen sie ihre Verluste in Grenzen halten, ihr 13,2-Prozent-Ergebnis von 1995 dürfte kaum erreichbar sein. Auch den unwahrscheinlichen Fall, vor der PDS drittstärkste Kraft in Berlin zu werden, peilen die Grünen nicht mehr an. Es gehe allein um die Meinungsführerschaft in der Opposition, so Künast.

Eine positive Zwischenbilanz ziehen die Grünen mit Blick auf ihre Wahlkampfaktivitäten. Noch nie seien in einem Wahlkampf so viele grüne Plakate in der Stadt geklebt worden, noch nie sei die Basis in den Bezirken so engagiert gewesen. Einzelne Plakatmotive wie etwa zwei sich küssende Jugendliche ("Jugend forscht") seien sehr beliebt und würden täglich angefordert.

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