Berlin : Die Insel ruft

In den vergangenen Jahren hat sich das Museumsinselfestival seinen Platz im Berliner Sommerprogramm erspielt. Heute beginnt die neue Saison. Und auch die Open-Air-Kinos und Freilufttheater beenden ihre Winterpause

Lars von Törne

Am Liegestuhl erkennt man, wer zum Stammpublikum gehört und wer das erste Mal beim Museumsinselfestival ist. Die Profis klappen das Gestell mit zwei, drei geschickten Handgriffen auf, richten es auf dem Rasen vor der Alten Nationalgalerie zur Bühne oder Leinwand hin aus und lassen sich dann gemütlich hineinsinken. Die Amateure hingegen kämpfen minutenlang mit den Holzgelenken, verheddern sich und bieten den Umsitzenden ein amüsantes, unfreiwilliges Slapstick-Vorprogramm. Ab diesem Sonnabend kann man das auf der Museumsinsel wieder Abend für Abend genießen. Das Open-Air-Kulturspektakel vor der Alten Nationalgalerie eröffnet die Sommersaison.

Das Programm ist wie auch in den vergangenen Jahren eine bunte Mischung aus Kinofilmen, Konzerten und Theateraufführungen, die sich mit dem historischen Spielort auseinander setzen. Allerdings wurde die Zahl der Konzerte etwas reduziert – eine Lehre aus dem vergangenen Jahr, als einige Abende nur schlecht besucht waren. Neben der Museumsinsel nutzen die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder das Kulturforum zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie als zweiten Spielort. Rund 140 000 Besucher kamen nach Angaben der Staatlichen Museen im vergangenen Sommer an beide Orte. Dazu Tausende von Zaungästen, die mit Picknickkorb und Decken so manches Konzert auf der Insel als Umsonst-und-Draußen-Festival genossen.

Den Anfang macht heute Abend die Bühnenfassung eines „Drei-Fragezeichen“ -Hörspiels (siehe unten), für das es noch Restkarten gibt. Tags drauf beginnt hier das Freiluftkinoprogramm (siehe unten). Das Open- Air-Kino auf dem Kulturforum gegenüber dem Potsdamer Platz startet am 24. Mai. Am 1. Juni hat das Theaterstück „Die Ilias“ Premiere auf der Baustelle des Neuen Museums. Am 4. Juni tritt die norwegische Sängerin Mari Boine auf. Am 13. Juni präsentiert Schauspielerin und Sängerin Meret Becker mit dem Ramba-Zamba-Orchester die Film-Musik-Performance „Chaplin“. Am 21. Juni tritt die britische Triphop-Band Morcheeba auf. Am 27. Juni hat das Stück „Wie es Euch gefällt“ von der Berliner Shakespeare Company im Ehrenhof des Pergamonmuseums Premiere. Weitere Highlights dürften unter anderem die Konzerte der Berliner Lokalmatadore Stereo Total (26. Juli), der Songwriter von Naked Raven (1. August), der Wahlmexikaner Calexico (15. August), der Deutschpopper Element of Crime (16. August) und des Balkanstars Goran Bregovic sowie am 22. August der 17 Hippies (der Filmband aus „Halbe Treppe“) werden. Weitere Bühnenstücke sind die Verwechslungskomödie „Die falsche Zofe“ (ab 26. Juli im Skulpturengarten der neuen Nationalgalerie) und das Barock-Musiktheater „Amazonen“ ab 21. August vor dem Pergamonmuseum. Ein Termin für den Auftritt der Indie-Popper Tocotronic steht noch nicht fest.

Verschoben wurde der Auftritt des Balladen-Rockers Nick Cave . Sein Konzert am 31. Mai verlegten die Veranstalter in die Treptower Arena. Wegen des zeitgleich in der Innenstadt stattfindenden Ökumenischen Kirchentages hatten die Behörden ihre Erlaubnis für den Auftritt unter freiem Himmel verweigert.

Karten und Informationen: Tel. 308 785 666. Internet: www.museumsfestival.de

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