Berlin : Die Jahrhundertausstellung ist an ihrem letzten Wochenende bis Mitternacht geöffnet

Claudia von Salzen

Nun fordern Tourismusexperten insgesamt längere Öffnungszeiten - und die Museen mehr GeldClaudia von Salzen

Statt ins Kino abends ins Museum - heute und morgen ist das möglich: Die Ausstellung "Das XX. Jahrhundert - ein Jahrhundert Kunst in Deutschland" ist am Wochenende bis Mitternacht geöffnet. Zuvor war die Ausstellung, die im Alten Museum, der Neuen Nationalgalerie und dem Hamburger Bahnhof gezeigt wird, schon bis 20 Uhr zu sehen - zwei Stunden länger als in Berlins Museen üblich. Mit der Resonanz auf die verlängerten Öffnungszeiten ist Joachim Jäger von der Neuen Nationalgalerie sehr zufrieden: "Die Abende werden sehr gut genutzt. Gerade in der Zeit zwischen 17 und 19.30 Uhr kommen noch sehr viele Leute."

Wer allerdings bei der Gelegenheit auch die ständige Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie ansehen wollte, stand vor verschlossener Tür: Dort gelten die regulären Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr, montags ist geschlossen. Nach Meinung von Tourismusexperten ist es jedoch gerade für Berlin-Besucher wünschenswert, wenn die Museen abends länger geöffnet hätten. "Das wäre für die Stadt von Vorteil", so Natascha Kompatzki von der Berlin Tourismus Marketing GmbH. "Jemand, der nach Berlin kommt, möchte auch abends kulturell etwas erleben." Das Interesse sei da. Dies merke man auch am Publikumsandrang bei der langen Nacht der Museen.

Auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wünscht sich zumindest für bestimmte Museen längere Öffnungszeiten. "Wir würden zum Beispiel das Pergamon-Museum gern früher aufmachen und länger geöffnet halten", sagt Christoffer Richartz von der Stiftung. Vor einem Jahr waren die Öffnungszeiten der staatlichen Museen verschoben worden: Statt von 9 bis 17 Uhr öffnen sie seither von 10 bis 18 Uhr. Für die Touristen sei diese Regelung ungünstig, da viele früher ins Museum gehen wollten. Für bestimmte Museen, neben dem Pergamon- zum Beispiel das Ägyptische Museum oder die Gemäldegalerie, wünscht sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auch Angebote für den Montag.

Derartige Angebote scheitern jedoch an den Kosten. "Grundsätzlich begrüßen wir diese Pläne, das Problem liegt aber in der Finanzierung", so Burkhard Wölki, Büroleiter der Kultursenatorin Christa Thoben. Man solle versuchen, längere Öffnungszeiten mit dem bestehenden Personal zu erreichen oder über freiwillige Mitarbeiter.

Und wer schon heute abend ins Museum gehen will, dem sei auch das Haus am Checkpoint Charlie empfohlen: Als einziges Museum Berlins ist das privat finanzierte Haus täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet.

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