Berlin : Die Jubel-Berliner (Kommentar)

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Wenn der Berliner Senat eine Umfrage über das Image Berlins in Auftrag gibt, dann kann man ziemlich sicher sein, dass der Senatssprecher am Ende verkünden kann: Berlins Image ist gut. Und tatsächlich: Berlins Image ist gut. Ziehen wir also ein paar Jubelpunkte ab, die durch geschickte Fragen - oder nahe liegende, aber nicht gestellte Fragen - zustande gekommen sind. Was bleibt dann noch übrig? Immer noch ein erstaunlicher Wandel. Die Deutschen haben sich offensichtlich nicht nur abgefunden mit ihrer Hauptstadt, sie haben auch keine Angst mehr vor ihr. Befürchtet wurde: ein alles verschlingender Moloch, in dem Nationalismus und Gewalt wuchern. Gefunden wurde: eine harmlose, große Baustelle, auf der Häuser, Geschäfte und Ideen in den Himmel wachsen. Und schon sind rund 50 Prozent der befragten Deutschen stolz auf Berlin. Störend allenfalls diese seltsam unfreundlichen Eingeborenen, die Berliner. Fast 40 Prozent sagen: Die sind zu überheblich. Na ja: Seltsam ist, wozu der Senat diese Umfrage eigentlich in Auftrag gegeben hat. Wir Berliner jedenfalls brauchen sie nicht. Wir wissen auch ohne fremde Hilfe, dass unsere Stadt sowieso die schönste, beste, tollste ist. Da sind wir ganz bescheiden.

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