Berlin : Die Jungen und die 68er (Kommentar)

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Geht es etwa einen Schritt voran in Berlin? Der Landeswahlleiter hat das amtliche Endergebnis verkündet. Aber, typisch Berlin: Zugleich bleibt alles so, wie es war - die endgültigen Zahlen sind identisch mit den vorläufigen. Beim Kriechgang der SPD zurück in die Koalition ist ähnliches zu beobachten. Die Sozialdemokraten wollen weiter gehen, um stehen bleiben zu können. So sieht es aus zurzeit: Die Koalition macht weiter, wer weiß warum? Eine Leitidee für die dritte Auflage der Ausnahmeregierung fehlt beiden Parteien. Da ist es schon erfreulich, dass eine Kohorte unter den Stillständlern in Bewegung kommt, zumindest bei der CDU. Über die Geschicke der Fraktion können jetzt auch jene mitbestimmen, die nicht vor 30 Jahren mit Landowsky und Diepgen die damaligen Altvorderen aus den Ämtern jagten. Jugend ist kein Beleg für Können, knapp 40-Jährige sind nicht wirklich jung und anderswo sind Gleichaltrige schon Ministerpräsidenten geworden. Alles richtig. Aber wer ein Zeichen sehen will, kann dies nun tun. Einmal muss Berlin das immer Gleiche - und die immer Gleichen - noch über sich ergehen lassen. Dann sind andere dran.

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