Berlin : Die Kabelträger

Egal, bei welchem Anbieter der Telefonkunde ist: Nahezu alle Verbindungen laufen übers Netz der Telekom. Und wer verteilt die?

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WER HAT’S ERFUNDEN?

Die Erfindung des Telefons reklamieren die Deutschen gern für sich. Der Bäckersohn Philipp Reis, Lehrer für Physik und Mathematik, bastelte 1860 eine Vorrichtung zur elektrischen Tonübertragung für den Physikunterricht: das Holzmodell einer Ohrmuschel, als Trommelfell diente ein Stück Wursthaut mit einem feinen Platinstreifen, der von einem Draht berührt wurde. Schallwellen versetzten das „Trommelfell“ in Schwingungen, die den Stromkreis zwischen Metallstreifen und Drahtfeder unterbrachen. Seltener erwähnt wird, dass der New Yorker Theatermechaniker Antonio Meucci schon 1854 eine Fernsprechverbindung erfand. 1860 führte er sie öffentlich vor, doch um das Patent zu bekommen, fehlte ihm das Geld. So erlosch seine Vormerkung 1873. Glück für den Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell, der sich Meuccis Unterlagen besorgt hatte und „sein“ Telefon 1876 patentieren ließ.

Das digitale schnurlose Telefon, wie unsere Grafik es beschreibt, ist eine Entwicklung der Firma Siemens. Ab 1990 trat es seinen Siegeszug an – erst in Europa, dann weltweit. Analoge, kabellose Telefone allerdings wurden bereits 1984 auf der Hannovermesse vorgestellt – von Telenorma und Siemens. Die (schon wegen ihrer großen Akkus) unhandlichen Geräte waren in den USA Kult, sehr teuer und funktionierten eher schlecht, weil immer schwer ein freier Kanal zu finden war. Text: lei, Foto: Imago

Die Serie im Internet: www.tagesspiegel.de/diestadt

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