Berlin : Die kleine Sensation

Annegret Raunigk wurde mit 55 Mutter – Lelia ist ihr dreizehntes Kind

Sebastian Leber

Ursprünglich wollte Annegret Raunigk höchstens ein Kind bekommen. Jetzt ist die Lehrerin aus Spandau zum 13. Mal Mutter geworden – und das mit 55 Jahren. Anfang Juni kam Tochter Lelia gesund zur Welt.

Die Ärzte hatten zwar von einer „Risiko-Schwangerschaft“ gesprochen, bei verschiedenen Untersuchungen aber keine Probleme festgestellt. Also entschloss sich die allein erziehende Mutter, das Kind auszutragen. Darüber, sagt sie, habe sie nicht lange nachdenken müssen. Jetzt freut sie sich zusammen mit Lelias Geschwistern – sie sind zwischen 13 und 34 Jahre alt – über die „ausgeglichene Kleine“ mit den dunklen Haaren. Weil Lelia Nummer 13 ist, hat Bundespräsident Horst Köhler die Ehrenpatenschaft übernommen. Die Urkunde überreicht am Donnerstag Spandaus Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU). Und Geld für Lelias erstes Sparbuch gibt es auch.

Eine Schwangerschaft mit 55 Jahren sei zwar eher unwahrscheinlich, aber „ganz bestimmt kein Wunder“, sagt Klaus Vetter, Chef der Geburtsklinik im Krankenhaus Neukölln. Er kann sich an ähnliche Fälle erinnern. Die gesundheitlichen Risiken einer Schwangerschaft in Annegret Raunigks Alter hält der Arzt für kalkulierbar, Schwierigkeiten, findet er, könnte es eher in der Zukunft geben. Denn wenn die „Kleine“ 20 wird, ist die Mama bereits 75. Annegret Raunigk sieht das gelassen. Das, sagt sie, sei für sie kein großes Thema. Sie genießt es derzeit einfach, noch einmal ein Baby zu haben. Wenn sie wieder unterrichtet, kommt die Kleine in die Krippe.

Lelias Opa, Hans-Georg Raunigk, ist guter Dinge. Seine Tochter sei erstaunlich jung geblieben und ständig in Bewegung, da werde sie Lelia mit Leichtigkeit großziehen. Die gute Konstitution scheint in der Familie zu liegen. Der Großvater fühlt sich mit 82 Jahren fit genug, mit der Enkelin „ zumindest viel Zeit auf dem Spielplatz zu verbringen“.

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