Berlin : Die Konsequente

Salima Laissoub-Sturm schult den aufrechten Gang – mit Gymnastik. Denn sie sagt: Sport macht selbstbewusster

Anne-Dore Krohn

Zehn Mal die Woche richten sich alle Augen im Kursraum auf eine schlanke Frau mit dunklen Haaren. Mit ihr Schritt zu halten, fällt manchen schwer. Wer mit ihr trainiert, weiß, es wird anstrengend. „Ich suche immer Übungen aus, die gut kräftigen“, sagt sie. Rückengymnastik, Step-Aerobic oder Pilates – an manchen Tagen gibt Salima Laissoub-Sturm bis zu fünf Kurse. Seit drei Jahren ist sie Fitness-Trainerin im Meridian Spa in Spandau, einer Fitness- und Wellnesslandschaft auf drei Etagen. Für Salimas Familie – ihren Mann Roland, früher Skilehrer und den einjährigen Sohn Adrian – ist das Studio fast ein zweites Zuhause. Die drei verbringen manchmal den ganzen Tag dort. Man kennt sich: Kunden und Mitarbeiter haben Salimas Schwangerschaft sozusagen begleitet. „Ich stand mit dickem Bauch am Beckenrand und habe Aqua Fitness vorgeturnt“, erzählt die Trainerin, ein Energiebündel von einsachtundsechzig. Mittlerweile tobt, während Mama arbeitet, Adrian durchs „Kinderparadies“. Im Studio gehört Salimas Söhnchen schon fast zum Inventar. Sein Spitzname: „Meridian Adrian“.

Sport als Lebensinhalt – das hatte Salima Laissoub-Sturm so eigentlich nicht geplant. Die gelernte Einzelhandelskauffrau arbeitete früher für einen Kosmetikkonzern, dann im Vertrieb einer Sportmodefirma. Irgendwann begann sie, vor der Arbeit laufen und schwimmen zu gehen. Es machte ihr Spaß – so sehr, dass sie sich als Fitnesstrainerin ausbilden ließ und neben der Arbeit her Kurse gab. „Ich habe oft gedacht, Hupfdole, das ist doch kein richtiger Beruf.“ Doch als ein gutes Angebot aus einem Fitnessstudio kam, fand Salima, Bilanzen und Bauchgymnastik ließen sich nicht länger vereinbaren. „Ich musste mich entscheiden: entweder – oder. Ich habe das Oder gewählt.“

Seit einigen Jahren arbeitet Salima Laissoub-Sturm auch als Personal Trainerin. Ihre Kunden kommen mit Gewichtsproblemen oder sie fühlen sich schlapp, weil die Arbeit den Tagesrhythmus beherrscht und keine Zeit und Energie mehr für den Sport bleibt.

„Eigentlich wissen doch alle, wie’s geht“, sagt Salima. Schwierig sei nur, alte Gewohnheiten abzulegen. Für diesen Fall ist Salima Fachfrau: Bevor sie mit dem Sport begann, brachte sie 15 Kilo mehr auf die Waage. Und sie hat gelernt: Nur langfristiges Training hilft. „Den meisten muss ich erst mal beweisen, dass Sport auch Spaß machen kann. Denn viele unterschätzen einen Aspekt: Das Training ändert eben nicht nur die Figur.“ Was mit Kopf und Seele passiert, sagt Salima, sei das eigentlich Unverzichtbare. „Man wird ausgeglichener, selbstbewusster.“ Salimas Kundschaft müsste man also gleich erkennen: an der aufrechten Haltung und der fröhlichen Ausstrahlung.

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