Die Krankengeschichte : Nino Malfatti, 66

Diagnose: Lungentumor Behandlung: Entfernung eines Lungenlappens im Januar 2002 Klinik: Lungenklinik Heckeshorn, (Helios-Klinikum Emil von Behring)

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Diagnose:

Lungentumor
Behandlung: Entfernung eines Lungenlappens im Januar 2002
Klinik: Lungenklinik Heckeshorn,  (Helios-Klinikum Emil von Behring)

Vorgeschichte: Am Anfang dachte Nino Malfatti an eine Allergie. „Ich hatte schon über Jahre gelegentlich Probleme, tief durchzuatmen. Nach Weißwein stärker als nach Rotwein“, sagt der 66-jährige Berliner Maler. Einmal habe er es mit Homöopathie versucht. Er macht eine wegwerfende Handbewegung. Malfatti hatte keine Allergie, in seiner Brust steckte ein Bronchialkarzinoid, ein spezieller Lungentumor. Im Urlaub in Österreich Heiligabend 2001 vermutete er dann einen Infekt. Der begeisterte Bergsteiger und Sportler, der vor über 30 Jahren das Rauchen aufgegeben hat, war elf Kilometer gejoggt, dann brach er mit Fieber zusammen. „In dem Moment dachte ich zum ersten Mal: Vielleicht stimmt da wirklich etwas nicht . Jedes Mal wenn ich hustete, kam blutiger Auswurf.“ In seinem Gesicht kann man lesen, wie zuwider ihm diese Phase der Schwäche gewesen sein muss.


Diagnose: Noch im Urlaub ging Malfatti zu einem Arzt, der ihn röntgte. Auf dem Bild war ein handtellergroßer Schatten zu sehen. Der Arzt schickte ihn heim nach Berlin und zu einem Spezialisten. So landete Malfatti in der Lungenklinik in Heckeshorn, die heute zum Helios-Klinikum Emil von Behring gehört. Die Diagnose sei ein Schlag in die Magengrube gewesen, sagt er. „Zuerst wollte ich es nicht glauben, dann habe ich mir geschworen, den Krebs zu besiegen.“ Nur drei Wochen nach Weihnachten lag Malfatti auf dem OP-Tisch. Der befallene Teil seiner Lunge wurde herausgeschnitten, der Rest wieder angenäht. Er hatte Glück: Der Krebs hatte keine Metastasen gebildet.

Das Leben danach: Wirklich begriffen, was passiert war, das habe er erst nach der Operation, sagt er heute. „Tagelang habe ich geheult. Dass das Leben endlich ist, weiß man ja. Doch wenn man dem Tod so nahe kommt, ist das eine sehr bewegende Erfahrung.“ Die fehlenden zwanzig Prozent Lungenvolumen merke er heute vor allem beim Joggen. Doch er sagt, er wolle sich beweisen, dass er sein Leben trotzdem wie vorher meistern kann. Fünf Tage nach der OP sei er bereits am Wannsee spazieren gegangen, ein halbes Jahr später habe er seinem Doktor eine Karte geschrieben – vom Gipfel eines Dreitausenders. mho

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