Die Krankengeschichte : Rita Büttner, 57

Diagnose: Dickdarmkrebs Behandlung: Entfernung eines Teil des Dickdarms Krankenhaus: St. Joseph-Krankenhaus

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Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Diagnose:

Dickdarmkrebs
Behandlung:
Operative Entfernung eines Teil des Dickdarms im Juni 2007
Krankenhaus: St. Joseph-Krankenhaus

Vorgeschichte: Den Termin beim Friseur hat Rita Büttner dann abgesagt. „Da blieb mir ja wohl auch keine Wahl, bei der Diagnose, die mir dazwischen gekommen ist“, sagt die 57-Jährige, grinst und zupft an ihrem Bademantel. Im Februar 2007 spürt sie Schmerzen in der rechten Seite. Ihr erster Gedanke: die Gallenblase. Es ist erst einen Monat her, seit sie ihr herausoperiert wurde. Rita Büttner geht ins Krankenhaus. An der Gallenblase liegt es jedoch nicht. Der Arzt schickte sie zu einer Darmspiegelung. Der Befund: Darmpolypen, 10 bis 15 Zentimeter große Wucherungen der Schleimhaut, die eine Vorstufe von Tumoren im Dickdarm sein können. Rita Büttner wird zurück ins Krankenhaus überwiesen. Es folgt eine Röntgenuntersuchung, dann wird ein Termin für eine Operation angesetzt. Es ist Dickdarmkrebs und es ist fünf vor zwölf. Sie hat es bereits geahnt.

Operation: „Ich bin Realistin“, sagt Rita Büttner über sich selbst. Viel zu zögern gibt es für sie in der Situation also nicht. „Da ist etwas drin in mir, was da nicht hingehört, also muss es raus,“ sagt sie kurz und knapp. Sie hat bereits Erfahrung. Es ist schon ihr zweiter Krebs. Vor über zehn Jahre ist ihr ein Teil des Magens entfernt worden. Ihre zwei Söhne informiert sie über die zweite Operation erst kurz vor dem Termin. „Die hätten sich sonst zu viele Sorgen gemacht.“ Dem Eingriff sieht sie gelassen entgegen. Sie ist froh, dass nur die Operation ausreicht, um den Krebs zu bekämpfen. „Eine Chemotherapie hätte ich nicht gemacht“, sagt sie. „Die Nebenwirkungen hätte ich nicht gewollt.“

Das Leben danach: „Weh tut es jetzt nur, wenn ich lache“, sagt Rita Büttner eine Woche nach dem Eingriff, lacht und fasst sich an den Bauch, wo die Operationsnarben verheilen. Sie sieht gesund aus. „Man muss positiv denken“, sagt sie. „Das hilft.“ Sie fühlt sich gut. Nicht erst seit gestern. Bereits am Tag nach der Operation war sie wieder auf den Beinen. „Ich bin halt ein hibbeliger Typ“, erklärt sie ihren Tatendrang. Ein paar Tage muss sie noch in der Klinik bleiben, sich schonen. Nicht mal geraucht habe sie, sagt sie ein wenig stolz. Sie denkt daran aufzuhören – endgültig. „Ich habe eine zweite Chance bekommen.“ mho

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