Berlin : Die Kreuzungsgrafik

Die nebenstehende Grafik zeigt die Kreuzung vom linken Rand unseres Praxis-Beispiels aus verkehrsplanerischer Sicht. Die Draufsicht zeigt die Position der Ampeln (die Dreiecke entsprechen den Lichtkegeln) sowie die Lage von Spuren und Haltelinien einschließlich der Kreuzungsmaße in Metern. Aus den Angaben ergeben sich die notwendigen Pufferzeiten. So müssen Fußgänger es ab dem letzten Moment ihrer Grünphase bei einem Gehtempo von 1,2 m/s (= 4,3 km/h) noch über die Straße schaffen, bevor die Autos Grün bekommen. Vor Krankenhäusern und Seniorenheimen kann das Räumtempo auf 1,0 m/s (= 3,6 km/h) verringert und die Zeitreserve entsprechend vergrößert werden. Für die Autos wird üblicherweise eine Einfahrgeschwindigkeit von 40 km/h (= 11 m/s) angenommen. Das reicht auch, wenn Tempo 50 erlaubt ist, denn niemand kann bis zum letzten Moment ungebremst auf eine noch rote Ampel zufahren. Anhand der Kreuzungsmaße lässt sich errechnen, wann die Autos wo freie Bahn haben müssen. So darf die Grünphase für die (aus Autofahrersicht) hintere Fußgängerquerung erst später beginnen, damit auch das letzte Auto vorher die Kreuzung verlassen hat. Dafür können die „hinteren“ Fußgänger länger Grün haben, bis das erste Auto ihren Weg kreuzt. Doch müssen zusätzlich Abbieger berücksichtigt werden, die die Kreuzung ebenfalls in den Pufferzeiten verlassen müssen.

Die schraffierten Flächen ID 1.1 und 2.1 auf den Abbiegespuren zeigen die Bereiche, in denen nahende Linksabbieger von Sensoren an der Ampel registriert werden. Die Sensoren sind an den Ampelmasten montiert. Damit diese Abbieger nicht den inneren Kreuzungsbereich verstopfen, haben Sensoren auch die hinter den Ampeln gelegenen Flächen ID 1.2 und 2.2 im Blick. Wenn dort abbiegende Autos hängen geblieben sind, kann die Ampel die inneren Grünphasen (K16 und K18) vorziehen oder verlängern, um die Kreuzung frei zu bekommen.

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