Berlin : DIE KÜNSTLERIN DIE KUNST

Fotos: Jens Ziehe; VG Bild-Kunst, Bonn 2012
Fotos: Jens Ziehe; VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Antje Majewski,

44, machte ihren Weg über das Studium der Kunstgeschichte, nachdem die Düsseldorfer Akademie sie abwies. Vielleicht finden sich deshalb in den Arbeiten der Autodidaktin immer wieder kunsthistorische Bezüge. Heute hat sie selbst eine Professur an der Kunsthochschule Kiel inne und gilt als wichtige Position in der gegenständlichen Malerei. Zu Majewskis Instrumentarium gehört der Fotoapparat, mit dem sie vor allem selbst konstruierte Szenen mit Darstellern aufnimmt. Die Kamera dient ihr als eine Art Skizzenblock, aus dem dann das spätere Bild zusammengesetzt wird. Mit der Gruppe „ff“, einem Zusammenschluss Berliner Künstlerinnen, gastiert sie gerade in Wien. Gemeinsam versuchen sie hier einen neuen Blick auf Männer. Das passt ins Jahr der Documenta, die mit dem Begriff Ökofeminismus operierte. Majewski & Co. wollen herausfinden, was dies für die Kunst bedeuten kann. NK

Im Baukasten. Auf Schranktüren, Bettleisten, Schubladenblenden hat Antje Majewski ihre Werkzeug-Kollektion gemalt. Das erklärt auch die lang gestreckten Bildformate, die Versprünge an den Kanten, die verbliebenen Scharniere. Die ungewöhnlichen Untergründe ihrer Malerei stammen von zurückgelassenen Möbeln, die Majewski zusammen mit einem Haus im Brandenburgischen Himmelpfort erwarb. Die Künstlerin ist eine große

Exegetin von Gegenständen. Hier setzt sie sich mit deren Langlebigkeit und möglichem Funktionswechsel auseinander. Vor diesem Hintergrund stellt sie sich zugleich die Frage: Welchen bestehenden Wert hat die Kunst? Könnten nicht auch die Bilder selbst Werkzeuge sein? Zum Beispiel durch ihren Verkauf? Mit dem so erworbenen Geld ließe sich schon das Dach ihres Hauses in Himmelpfort reparieren.

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