Berlin : Die Kunst der Welt im Schnellkurs

Informationsunternehmer plant virtuelles Museum

Elisabeth Binder

Die schönsten Werke aus dem Louvre, dem Prado und dem Museum of Modern Art, lehrreich vereint in unmittelbarer Nachbarschaft der Museumsinsel: Das ist die Vision, mit der der Berliner Informations-Unternehmer Werner Plötz Einsteigern und Fortgeschrittenen einen raschen Überblick über die wichtigsten Kunstwerke der Welt verschaffen will. Inspiriert hat ihn eine Idee von Bundespräsident Horst Köhler, der kurz nach seinem Amtsantritt vorschlug, die bedeutendsten Werke aus den Berliner Museen in einer großen Ausstellung zu zeigen. Dazu wird es wohl nicht kommen, zu viele Bedenken und deren Träger stehen dem im Weg. Kein Museumsdirektor trennt sich leicht von seinen schönsten Schätzen. Werner Plötz denkt auch nicht an Originale. Ihm schwebt ein virtuelles Museum vor, in dem mit Computern und 3-D-Technik gearbeitet wird. Wichtig wäre es ihm, die Bilder zu zeigen und mit kurzen, knackigen Informationen einen Einstieg in deren Entstehung und historischen Hintergrund zu geben, damit die Betrachter sie leichter einordnen können „Viele Schüler wissen heute so gut wie nichts von Kunst“, sagt er. Denen unter anderen könnte damit geholfen werden.

Sein Wunschdomizil für eine solche Ausstellung hat er auch schon im Visier: Ein noch leer stehendes Gebäude im Domaquarée. Hier ließe sich der Schnellkurs über die Höhepunkte der Kunst der Welt aus seiner Sicht perfekt in Szene setzen: Von der ersten Etage mit den Berliner Glanzlichtern könnte man sich vorarbeiten in den zweiten Stock mit den wichtigsten Werken der deutschen Kunst, von da aus ins dritte Geschoss mit europäischen Kunstwerken und ins vierte, wo die bedeutendsten Werke aus dem Rest der Welt gezeigt würden. Ganz oben könnte man in einem Aktualitätenraum zum Beispiel konkurrierende europäische Kulturhauptstädte präsentieren oder auch besondere Ausstellungen arrangieren.

Noch fehlen fünf Millionen, um das Projekt umzusetzen, aber Plötz ist optimistisch, denn es gebe bereits „ernsthaft interessierte Investoren“. Der Unternehmer ist spezialisiert darauf, Überblick zu verschaffen. Zuletzt erschien sein Nachschlagewerk „Top 500“ für die „Hauptstadt Berlin“. In dem stellt er auf 768 Seiten herausragende Persönlichkeiten, Wissenschaft und Kultur, innovative Unternehmen, sowie „Treffpunkte der Entscheider“ vor.

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