Berlin : DIE KUNST DIE KÜNSTLERIN

Foto: Mike Wolff
Foto: Mike Wolff

Kotti, my love.

Sticker, Straßenschilder, Demos, Renovierungskosten, Graffiti – all das führt Larissa Fasslers Collage des Kottbusser Platzes auf.

Schritt für Schritt hat die Tochter eines Architekten den Kreuzungspunkt von Autos, Bahnen, Menschen erlaufen und kartografiert. Hinzu kommen die historischen Schichten: Trümmerfrauen, Hausbesetzer und der Hinweis auf die Ermordung eines Türken in den 80ern.

In der Summe: das Psychogramm eines Ortes.

Larissa Fassler, 36, kam vor zwölf Jahren aus Kanada nach Berlin – wegen der deutschen Fotografie. Ursprünglich wollte sie nur ein Jahr lang bleiben, doch aus der Affäre wurde eine große Liebe zu Berlin.

Die Künstlerin arbeitet im erweiterten Sinne als Stadtsoziologin. Zunächst waren es Performances

im öffentlichen Raum, bei denen Fassler Passanten Blumensträuße überreichte, mittlerweile erforscht sie akribisch markante Orte – wie das Kottbusser Tor, den Alexanderplatz oder den Palast der Republik.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen verdichtet sie zu Collagen, oder sie baut aus Holz Modelle, etwa von U-Bahn-Stationen, die bei ihr wie überdimensionale Organe wirken. Infos: www.larissafassler.com

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