Berlin : DIE KUNST DIE KÜNSTLERIN

Minimalismus mit Macken.
Minimalismus mit Macken.

Archäologie der Moderne.

Sabine Groß unterzieht die Klassiker Carl Andre,

Donald Judd, Lucio Fontana oder

Marcel Duchamp einer ungewöhnlichen Revision. Deren Werke treten bei ihr als

antike Fundstücke mit entsprechenden Alterungserscheinungen wieder auf, als wollte die Bildhauerin augenzwinkernd fragen: „Welches Verfallsdatum haben unsere heutigen Helden der Kunst? Was werden spätere Generationen in ihren Werken noch erkennen?“

Sabine Groß, 50, bringt etwas in die aktuelle Kunst, das dort eher selten anzutreffen ist: Humor. Die Bildhauerin lässt sich von

den Größen der Kunstgeschichte nicht ins Bockshorn jagen, sondern demontiert fröhlich deren Positionen. Hinter den heiteren Zitaten aber steckt die ernsthafte Frage, was Künstler heute noch erfinden können, wie sie mit

dem Erbe ihrer Vorgänger umgehen sollen.

Die gebürtige Ulmerin Groß kam Ende der Neunziger aus München, wo sie Malerei studiert hatte, nach Berlin. Heute lehrt sie selbst als Professorin an der Kunsthochschule in Mainz. Zuletzt machte sie in Berlin mit der Künstlerinnengruppe „Der Strich“ auf sich aufmerksam, die mit den vermeintlichen Beständen der Erika Mustermann Collection den Pavillon vor der Volksbühne bespielte und so das Platzhirschgehabe auf dem Kunstmarkt persiflierte. Infos: www.sabinegross.com

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