Berlin : DIE KUNST

Macht des Symbolischen.

Die siebenteilige Fotoserie von Nina Fischer und Maroan el Sani liest sich wie die Anleitung zu einem Aufstand gegen die kalte Architektur, die Anonymität des Politischen – zumindest wenn man die Gebärdensprache der Bild um Bild anwachsenden Akteure versteht. Während eines Rom-Aufenthalts 2010 war das Künstlerpaar auf der Suche nach ungenutzten Gebäuden auf den Palazzo dei Congressi gestoßen, der in den Dreißigern im Zuge von Mussolinis Baumaßnahmen für ein „Drittes Rom“ errichtet und in den Sechzigern in Wohnungen umgewandelt worden war. Als die beiden Berliner den Palazzo entdeckten, sollte er wenig später saniert werden. Zusammen mit Aktivistengruppen inszenierten Fischer & el Sani vor dieser Kulisse einen sich steigernden Protest, wobei nicht klar wird, wogegen er sich richtet – das letzte Handzeichen bedeutet einfach nur „Manifest“. Mit ihrer Bildserie lässt das Künstlerpaar die Bildsprache machtbewusster Architektur und menschlicher Gebärden aufeinanderprallen. Der links unten auf der Seite abgebildete QR-Code ermöglicht für Smartphone-Nutzer die Übertragung eines im leeren Palazzo gedrehten Films, in dem die Dramaturgie des Aufstands als durchgängige Choreografie aufgeführt wird.

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