Berlin : DIE KUNST

Mein Doppel-Ich.

Bei ihren künstlerischen Untersuchungen über das Verhältnis der Geschlechter macht Daniela Comani auch vor der eigenen Person nicht Halt, sie nimmt sich sogar selbst als Protagonistin für das Rollenspiel: in per Bildbearbeitung hergestellter Doppelbesetzung, als „glückliches“ Paar, das sie im Alltag porträtiert, beim Spazierengehen, im Urlaub, bei der Autopanne, im Bett. Als Mann sitzt Comani breitbeinig da, schaut ernst und wichtig. Als Frau lächelt sie scheu und schlägt sittsam die Beine übereinander. Mit feiner Ironie hinterfragt sie unsere Sehgewohnheiten und geschlechtlichen Zuordnungen. In ihrem Projekt „Neuerscheinungen hrsg. von Daniela Comani“ überträgt die Künstlerin diese Methode der „angewandten Gender-Forschung“ auf Klassiker der Weltliteratur. „Die Schwestern Karamasow“, Doña Quixote“ und „Die Steppenwölfin“ lauten nun die Titel der am Computer manipulierten Buchcover. Als Ausgangsmaterial für ihren erhellenden Blick dienen Daniela Comani Bücher, Bilder des Alltags, Werbung – und nicht zuletzt Zeitungen. Für „Mehr Berlin“ tritt sie nicht nur bewährt im Doppel auf, sondern schenkt auch dem Tagesspiegel eine Erweiterung der Dimension.

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