Berlin : DIE KUNST

Wie wir leben.

Die Porträts aus Vogelperspektive, die Menno Aden zwischen 2005 und 2011 von überwiegend Berliner Räumen gemacht hat, machen ihre Funktionen sichtbar. Die Laufwege eines Spätkaufs in Prenzlauer Berg, die Anordnung der Pulte eines Klassenraums in einem Charlottenburger Gymnasium, aber auch U-Bahn-Waggons, Garagen, Fahrstühle, eine Zahnarztpraxis und ein Bandproberaum. Ebenso lassen Adens Fotografien von Wohnräumen Ruhezonen, Arbeitsplätze, Nutzflächen hervortreten – und sind zugleich Porträts ihrer Bewohner und deren Lebensgefühl. „Bitte nicht

aufräumen“, war stets die Aufforderung des Künstlers an diejenigen, die ihm ihre Türen öffneten. Um den Überblick zu bekommen, nimmt er mithilfe eines Stabstativs von knapp unterhalb der Decke bis zu hundert Einzelbilder auf, die er anschließend digital zusammensetzt. Er habe schnell gemerkt, sagt Aden, „dass ich wegen der perspektivischen Verzerrungen ständig nachkorrigieren muss und nur einen kleinen Ausschnitt jeder Aufnahme verwenden kann.“ Am Ende des Puzzles steht ein Satellitenbild von Innenräumen, eine Miniatur-Google-Map unseres Alltags.

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