Berlin : DIE KUNST

Häuser und Schatten.

Fast ein Vierteljahrhundert liegt das Geiseldrama von Gladbeck zurück, das 1988 die Republik

schockierte. Zwei Bankräuber lieferten sich tagelang mit Polizei und Journalisten eine Verfolgungsjagd durch das Rheinland. Am Ende starben drei Geiseln, und die Medien mussten sich schwere Fehler eingestehen. Markus Draper geht noch

einmal zurück an den Ausgangsort des Geschehens, das gesichtslose Hochhaus im Gladbecker Stadtteil Rentfort-Nord,

in dem sich die Bankfiliale befand. In Kürze soll es abgerissen werden. Mit dem kühlen Blick des Außenstehenden seziert der Künstler das Areal, indem er die Bauten als Modell nachbildet, an ihnen mit einer Kamera entlangfährt und Tonmaterial von damals einspielt. Draper nennt die Straßen und Gebäude in seinem Werk „therapeutische Objekte“, mit denen er

nicht nur historisch-politische Zusammenhänge, sondern auch psychologisch-emotionale Verfasstheiten zu beleuchten

versucht. Mehr Informationen zu dem Projekt unter www.rentfort-nord.de. NK

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