Berlin : DIE KUNST

Im Strudel der Stadt.

Das riesige, quadratische Gemälde mit dem geheimnisvollen Titel „Wir sind hier (letzter Tag

vor Cern)“ zieht den Betrachter magisch an; vom trichterartigen Gebilde im Zentrum fühlt er sich geradezu angesogen.

Dominik Halmer setzt hier spielerisch um, was manche Wissenschaftler tatsächlich befürchten: dass sich das noch gesuchte schwarze Loch im Beschleuniger der Genfer Kernforschungsanlage rasant ausbreiten könnte und dann die ganze Welt in sich verschlingt. Diese dramatische Vision erscheint bei Halmer als kunterbuntes Stelldichein der verschiedenen Figuren aus dem städtischen Raum, die sich auf den Rand des Abgrunds zubewegen. Die in einem Kreuzberger Laden

für Brautmoden entdeckte Schaufensterpuppe erscheint neben einem Clown aus dem rheinischen Karneval, ein Werbeträger für Hamburger von der Strandpromenade auf Coney Island neben einem gelben Warnschild mit Gasmaske.

Halmers Malerei erlaubt eine schier unbegrenzte Gleichzeitigkeit – von Figuren, Themen, Techniken. So setzt er in

dem Bild Acryl, Öl, Tusche, Lack ein, malt zugleich gegenständlich und abstrakt, mal pastos auftragend, mal lasierend.

Die collagenhafte Zusammensetzung der Komposition kehrt in allen seinen Werken wieder, jene vage Verbindung

zwischen bewusster Analyse und Zulassen spontaner Eindrücke, die den Betrachter am Ende mit sich selbst konfrontiert.

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