Berlin : DIE KUNST

Verlorenes Zuhause.

Für ihre Serie „SIDES Berlin“ kreierte Emily Hass abstrakte Formen aus architektonischen Plänen von Wohnhäusern, aus denen Berliner Juden – darunter

Kurt Weill, Lion und Marta Feuchtwanger, Anni Albers und Walter Benjamin – in den 1930er Jahren fliehen mussten. Dabei ist der Künstlerin wichtig, dass die Formen dem Original treu bleiben – als Metaphern für das Trauma der Vertreibung. Das große Bild „Kurfürstendamm,

177 stairs“ entstand aus den Grundrissen des Hauses von Michael Blumenthal, dem heutigen Direktor des Jüdischen Museums. Hass arbeitet mit Gouache auf altem Papier, das sie vorzugsweise auf Berliner Flohmärkten ersteht. „Ich möchte Material verwenden, das eine

Geschichte hat“, erklärt sie. „SIDES“ wurde in Berlin erstmals in der „Heimatkunde“-Ausstellung des Jüdischen Museums gezeigt, anschließend kaufte das Museum die Serie.

„Ich bin froh, dass meine Kunst in Berlin ihr Zuhause gefunden hat, denn hier gehört sie hin“, sagt Emily Hass. Ab 7. September zeigt die Galerie Sassa Trülzsch (Blumenthalstraße 8)

eine Installation von Emily Hass.

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