Berlin : DIE KUNST

Ein Mann der Möglichkeiten.

Der Berliner Künstler Thomas Eller ist eine bekannte Figur. Er selbst macht sich zum Gegenstand seiner Kunst, indem er immer wieder in fotografischen Selbstbildnissen auftaucht, die jedoch nie seine Person meinen, sondern immer nur den Typus: entweder brav im schwarzen Anzug mit weißem Hemd – oder splitterfasernackt. Das Selbstporträt dient ihm als Folie, um gesellschaftspolitische Fragen zu stellen. Fotografisch mal vergrößert, mal verkleinert wird diese Figur auf Metallgrund appliziert und für Installationen als Aufsteller in den Raum gestellt oder an die Wand gehängt. Für „Mehr Berlin“ tritt Eller in einer Doppelrolle auf, als Schachspieler auf beiden Seiten des Bretts. Er reinszeniert damit die berühmte Fotografie Marcel Duchamps, der vis-à-vis eines Aktes Platz genommen hat und damit die Doppelbedeutung des englischen Wortes für Matt-Setzen (to mate) vorführt. Eller aber geht es um die Scharnierfunktion, die auch für Duchamp eine Rolle spielt. Wie eine Tür öffnet sich seine Kunstfigur THE zu beiden Seiten: nach innen und außen, ist zugleich Individuum und Bedeutungsträger, privat und offiziell. Dazu passt es perfekt, dass die Falz der Zeitungsdoppelseite genau durch die Mitte der Fotomontage geht.

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