Berlin : DIE KUNST

Lasst Bilder sprechen! Für den Berliner Künstler Henrik Schrat sind sie das Mittel zur Zeit. Weil kein Satz und keine mathematische Gleichung angemessen darstellen kann, was die sogenannte Informationsgesellschaft

so alles verarbeiten muss: Euro-Krise, Banken-Stresstest, Waffenexporte an Saudi-Arabien, Machtwechsel in

Ägypten, Öko-Wahnsinn. Schrats Tuschzeichnungen, die Scherenschnitten ähneln, setzen sich auf dieser Seite

an die Stelle der Texte. Ein Überfluss an Zeichen und Verweisen, die erst gar nicht vorgaukeln, die Welt erklären

zu wollen. Stattdessen erzählen sie kleine, vieldeutige Geschichten, die einem oft märchenhaft vorkommen, dann aber einen scharfen Zug entwickeln. So wie beim Hirsch im Liebesspiel mit dem Kamel, das natürlich das Machtverhältnis zwischen Orient und Okzident verbildlicht. Noch ist der Hirsch oben – aber nur dank eines Tricks.

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