Berlin : DIE KUNST

„Muda“

, eine Rauminstallation im Bonner Kunstmuseum von 2011, erscheint auf den ersten Blick als weißes Durcheinander aus Zucker, Papier, Mehl, Watte, Papp- und Kunststoffteilen. Erst der Blick auf die komplette

Arbeit offenbart, dass sich hier etwas Gestaltetes aus seiner Umgebung erhebt – ähnlich einem archäologischen Fund aus Sand und Geröll. „Muda“ wirkt wie eine Schleuse: Der Betrachter verlässt den Ort der modernen funktionalen Architektur, um in ein Meer von Eindrücken zu tauchen. Die Struktur von Zucker. Das Schwerelose der Watte. Licht und Schatten in den gerollten Partien der Stoffe. Ein visueller Überfluss, den sich die ökonomisierte Gesellschaft schon lange nicht mehr erlaubt. Im Japanischen deutet das Wort „Muda“ die Idee des

Verschwenderischen an. Weil sich das Wort aber nicht so einfach übersetzen lässt, steht es im internationalen Sprachgebrauch für das Schreckgespenst sinnloser Aktivität, die manche Unternehmen gar mit aufwendigen Kampagnen zu stoppen suchen. Dabei lässt sich das Überflüssige auch anders lesen: als schöpferische Nische.

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