Berlin : DIE KUNST

Finderglück.

Eher überraschend, durch einfallendes Sonnenlicht, stieß Raphael Danke vor fünf Jahren bei der Suche nach Collage-Material in einer Modezeitschrift auf die gleichzeitig vordere und rückwärtige Ansicht einer Magazinseite und deren verborgene Qualitäten. Seitdem hat er mit der Handykamera fotografierte Doppelbilder durchscheinender Seiten, von denen es stets nur ein Print gibt, zur Serie entwickelt, die trotz neuester technischer Mittel der surrealistischen Tradition eines Max Ernst folgt. Wie bei dem großen Surrealisten entsteht auch in Dankes Arbeiten aus dem zufälligen Zusammenprall zweier Realitäten eine neue: eine poetische Wirklichkeit. Das Gesicht des hier abgebildeten Berliner Fotografen Helmut Newton ist mit der durchscheinenden Aufnahme eines Modells gekreuzt, das eigentlich einen Rucksack vorführt. Geblieben sind ihre elegante Silhouette und die flatternden Bänder des Marschgepäcks, die nun zu raffinierten grafischen Linien werden. Dankes Fotografie ist ein Lichtbild, im wahrsten Sinne des Wortes.

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