Berlin : DIE KUNST

Selbstporträt.

Die zahlreichen Bilder auf den Regalreihen der Installation „On its own“ stammen aus dem Internet. Ayle Erkmen stieß darauf, als sie ihren Namen in die Google-Suche eingab. Dabei staunte sie nicht schlecht, dass bei den ersten Treffern noch Fotoporträts und Aufnahmen von Werken zu sehen waren, sich irgendwann aber der Zusammenhang zu ihrer Person verlor. Das Selbstporträt ist damit ein Zufallsprodukt. Unter anderem ist in der Installation jene spektakuläre Aktion anlässlich der Freiluft-Ausstellung „Skulpturenprojekte“ 1997 in Münster zu sehen, wo Erkmen per Helikopter eine Madonnenfigur über den Dom fliegen ließ (oben links). Oder jenes Haus am Heinrichplatz in Kreuzberg, das mit türkischen Suffixe beschrieben ist, Wortwendungen wie „-müs“, „-misti“, „-müstüm“, die an vergessene Sprachtraditionen erinnern und

zugleich die mehrheitliche Herkunft der Nachbarschaft würdigen (oben rechts). „On its own“ trifft zugleich das Schaffen

der Bildhauerin im Kern, die es liebt, wenn durch den Zusammenprall überraschende Konstellationen, Neues, entsteht. NK

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