Berlin : DIE KUNST

Asche zu Papier.

Für manche ist es purer Abfall, für Bente Stokke ein wertvolles Material. Asche, so matt und dunkel, dass sie das Licht mit ihrer Oberfläche einzusaugen scheint. Etwa im Fall von „Wall - Curtain“: Die Asche auf der Wand in der Berliner Akademie der Künste, auf die Stokke im Jahr 1989 das Kunstwerk aufbrachte, ähnelt heute einem Vorhang, der an manchen Stellen durchlässig wie zartes Gewebe ist, festgehalten vom groben Putz in der Akademie. Für die Skulptur „Reserved“, die 1986 in Oslo zu sehen war, überschüttete die Künstlerin das Tuch auf einem Tisch mit Asche, bis es so gesättigt war, dass sich das pudrige Material auch über den Boden

ergoss und das Objekt an einen Katafalk erinnerte, auf dem man sich – Zwischen Asche und Tod liegt nicht viel – einen aufgebahrten Leichnam vorstellen konnte. Welchen Charakter das Aschegemälde hat, das sie auf dieser Seite sehen, lässt sich, da dies geschrieben wird, noch nicht

sagen: Stokke hat für diese Ausgabe von Mehr Berlin direkt auf einer Fast-Blankoseite unserer Zeitung gearbeitet, auf die die Texte zur Kunst und zur Künstlerin sowie der „Mehr Berlin“-Schriftzug aber bereits gedruckt waren. Denn die Asche sollte sich über alles legen. Foto: Mike Wolff

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