Berlin : DIE KUNST

Aufgeschlagen. Diese vermutlich aus den Dreißigern stammende Aufnahme eines Kiosks mit grimmig dreinblickendem Besitzer (oder Kunden), dessen linke Schulter zur Hälfte ein Schild überdeckt, auf dem gerade noch das Wort „Juden“

zu lesen ist, entdeckte Martin Dammann

auf einer Sammlerbörse im oberbayerischen Reichertshofen, wo er für das

Londoner Fotoarchiv „Archive of Modern Conflict“ Ankäufe tätigte. Seit 15 Jahren arbeitet der Berliner Maler für diese weltweit größte Sammlung von Privatfotografien, die vornehmlich aus der Zeit beider Weltkriege stammen. Als Künstler nutzt er die Fotografien auch selbst, die ihm als Vorlage für seine großformatigen Aquarelle, Installationen und Videos dienen. In seinem Beitrag für „Mehr Berlin“ geht Dammann genau umgekehrt vor. Das passenderweise die Medienwelt reflektierende Fotodokument übernahm er diesmal unverändert; dafür malte er sein Konterfei in Aquarell.

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