Berlin : DIE KUNST

Farblandschaft.

Hier ist der Weg das Ziel. Denn zum „Gehöft“, das unsere Abbildung zeigt, muss sich das Auge erst einmal vorarbeiten. Über Stock und Stein und Erdkrusten, die Klaus Fußmann nicht mit illusionistischer Akribie auf die Leinwand malt, sondern mit Pinsel und Spachtel und jeder Menge Ölschichten fast zu bauen scheint. Hat man also die bis zu einem Zentimeter dicken Grate und Ebenen aus Umbra-, Ocker- und Rotbrauntönen erst einmal erwandert, taucht allmählich das Haus mit dem weißen Spitzgiebel auf: inmitten von Bäumen, auf einem schmalen Streif zwischen Feldrain und Horizont, die Fassade so hell wie die Wolken. Davor erstrecken sich die Felder zu dynamischen Farbwellen, die an den Rändern geradezu aus dem Bild heraustreiben. Der Lauf der Zeit, der Wechsel des Lichts und die Arbeit des Bauern scheinen sich wie Spuren darin abzulagern. Sie erweisen den Künstler als präzisen Beobachter des Kreislaufs von Werden und Vergehen.

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