Berlin : DIE KUNST

Wie dekorative Säulen

aus einer alten, von Ornamenten besessenen Zeit wirken die sorgsam verformten und gestapelten Schallplatten. Dabei ist noch gar nicht klar, ob die Ära der analogen Medien überhaupt

so schnell ein Ende findet. Gregor Hildebrandt arbeitet mit den teils sehr persönlichen Assoziationen, die Vinyl und Kassettenbänder beim Betrachter hervorrufen. Das Material ist bespielt, kann aber nicht mehr abgehört werden, während man paradoxerweise Hildebrandts Einladungskarte der aktuellen Ausstellung „In Jade stände eine Stadt“ in der Berliner Galerie Wentrup (Tempelhofer Ufer 22, bis 26. Oktober) auf den Plattenspieler legen kann. Zu hören ist dann ein vertontes Gedicht von Alexander Losse, aus dem der Titel des hier gezeigten „Jadische Säulen in weiß“ ebenso entnommen ist wie jener der gesamten Schau. Zur Enträtselung des Motivs taugt das nicht. Dafür öffnet der Klang den nächsten imaginären Raum. cmx

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