Berlin : DIE KUNST

Mehr als die Summe

der Teile – wie oft

haben wir diese Wendung schon gehört. Bei Werken wie „Angstschürze“ oder „Salvinio“, zwei Assemblagen von Gitte Schäfer, trifft er

allerdings so genau, dass man ihn ruhig noch einmal ins Bewusstsein rufen kann. Für sich

allein besitzen die Fundstücke, die die

Künstlerin in ihren bühnenhaften Bildern

zusammenbringt, wenig Strahlkraft. Da thront eine Glasflasche auf einer Konsole, kleben zwei Rindenstücke neben einem Kopf aus Porzellan oder verbinden sich Staubbürste und Plastiktablett zu einem abstrakten Ensemble auf rostrotem Grund. Erst im Dialog entfalten sie jenen Reiz, der möglicherweise schon zuvor in ihnen schlummerte. Vielleicht manipuliert

einen die Künstlerin aber auch, indem sie

Spuren legt, die nur ihrer Fantasie entspringen.

In jedem Fall lässt man sich von ihren

suggestiven Kompositionen verführen und

assoziiert absurde, poetische Geschichten. Häufig greift Gitte Schäfer dafür auf die Kunstgeschichte zurück. Es sind kleine Anspielungen auf die Tradition des Porträts oder der Landschaft. Und natürlich auf die für Schäfer

wichtigen Künstler des Surrealismus.

Anderes weist auf konkrete Vorbilder hin

wie „Salvinio“ – so hieß der Bruder des Malers

Giorgio de Chirico. Oder „Oile“

als Pseudonym von Meret Oppenheim.

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