Berlin : Die letzte Party im Regen

7000 Gäste kamen zum Sommerfest von Johannes Rau

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Plötzlich stehen sie sich gegenüber. NochBundespräsident Johannes Rau und sein Nachfolger Horst Köhler. Hunderte Hände haben sie zu diesem Zeitpunkt geschüttelt, für unzählige Fotos posiert. Es ist das letzte Sommerfest von Rau als Staatsoberhaupt. 7000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur stehen im Garten von Schloss Bellevue um die vielen Imbissstände herum, vor den aufgebauten Bühnen oder scharen sich eben in Grüppchen um Rau und Köhler.

Es stört den 67-jährigen Rau gar nicht, dass Köhler genauso im Mittelpunkt steht wie er. Ganz im Gegenteil: Als die beiden im Gewühl aufeinander treffen, nimmt er Köhler am Arm und zieht sich mit ihm auf eine Bierbank zwischen zwei Imbisszelte zurück. Rau warnt seinen Nachfolger mit einem Augenzwinkern vor den völlig verkalkten Wasserhähnen im Schloss und empfiehlt die im ersten Stock. „Die sind okay.“ Köhler begrüßt Rau mit „Herr Bundespräsident“. Ab dem ersten Juli werde er aber nur noch „Herr Rau“ sagen, verrät Köhler hinterher.

Das Motto des diesjährigen Sommerfestes lautet übrigens: „Eine Reise durch Deutschland“ – und das ist vor allem musikalisch gemeint: Auf sechs Bühnen spielen am Freitagabend Blasmusik-Kapellen aus Bayern, Karnevalsgruppen aus dem Rheinland und Bands aus dem Norden Rock mit plattdeutschen Texten.

Wegen des immer wieder einsetzenden Regens hätte sich mancher der Gäste, unter ihnen der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Klaus Wowereit, FDP-Chef Guido Westerwelle und Model Nadja Auermann, sicher gerne ins Schloss zurückgezogen. Aber das blieb zu – wegen Renovierungsarbeiten. jule

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