Berlin : Die Liebe war’s

Andreas Conrad

rühmt die poetische Kraft der Worte Michael Jacksons Die Kraft der Poesie wird oft unterschätzt. Wer liest schon noch Gedichte oder schreibt Lieder zur Verzauberung der Dame des Herzens? Kaum einer, die Frage war rhetorisch gemeint und hat scheinbar gar nichts mit der Party von Joseph Jackson im Neuköllner Estrel-Hotel zu tun. Aber man muss schon im Obskuren stochern, will man sich den Motiven für diese Ortswahl zumindest nähern. Die offiziellen Gründe vermögen ja nicht zu überzeugen – warum also Berlin? Wegen des spektakulären Konzerts von Michael im Sommer 1988 vor dem Reichstag? Könnte immerhin sein, dass dabei eine vom Sohn auf den Vater übertragene Liebe zur Stadt an der Spree entstanden ist. Doch forschen wir weiter. Die Baby-Nummer im Jahr 2002, als Michael sein Söhnchen im Adlon aus dem Fenster hielt? Zu schlechte Presse. Bleibt vielleicht doch nur die Poesie, nachzulesen in Michael Jacksons Buch „Dancing The Dream“? Ein Werk, in dem viel von unschuldigen Kindern die Rede ist, aber auch von „Berlin 1989“. Die Mauer persönlich tritt darin auf – und zerbröselt unter dem Ansturm der Liebe: „Eine Million Herzen hatten zueinander gefunden. Die Mauer war gefallen, ehe sie zerbrochen war.“ Joseph Jackson muss diese begnadeten Zeilen gelesen haben – und ist ihnen erlegen: Nach Berlin, nach Berlin!

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