Berlin : Die Linkspartei schocken Kein leichter Auftritt für Lafontaine bei WASG

Lars von Törne

Er ist das bundesweite Aushängeschild seiner Partei. Aber für manche Mitglieder der Berliner WASG ist Oskar Lafontaine nur eine Marionette. Eine Marionette, deren Fäden die Linkspartei/PDS zieht, auf deren offener Liste Lafontaine in den Bundestag gekommen ist. Und die PDS wiederum hängt in Wirklichkeit an den Fäden des Großkapitals. So stellte es ein WASG-Aktivist auf einer Karikatur das, die er am Montagabend an die 300 WASG-Mitglieder verteilte, die zu einer Diskussion mit Lafontaine ins Kreuzberger IG-Metall-Haus gekommen waren.

„Was für eine Linke brauchen wir?“, war der Titel der Debatte, die der WASG-Bundesvorstand angeregt hat. Damit wollte man vor der kommende Woche beginnenden Urabstimmung der Berliner WASG über einen eigenständigen Antritt zur Abgeordnetenhauswahl einen letzten Versuch machen, die Berliner im Interesse der gesamtdeutschen Kooperation von PDS und WASG von einer Kampfkandidatur gegen die Linkspartei/PDS abzubringen. Vergebens. „Wenn die Berliner Linkspartei nicht noch eine 180-Grad-Wendung macht, werden wir ihr einen externen Schock besorgen“, drohte Lucy Redler vom geschäftsführenden Vorstand der Berliner WASG. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was die Linkspartei im Bund propagiert und dem, was die PDS in Berlin tut“, rief sie und forderte, die PDS müsse aus der Landesregierung austreten.

Zuvor hatte Lafontaine 20 Minuten lang versucht, die Parteifreunde für eine Kooperation zu begeistern. Die Linke sei als Gegenbewegung gegen eine Umverteilung von unten nach oben so wichtig, dass sie sich nicht zersplittern lassen dürfe, warnte der Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag. „Ich sehe keine andere Möglichkeit, als die neue Linke aus Linkspartei und WASG zu bilden“, rief er und warb um Verständnis dafür, dass die PDS in Berlin zwar manche Fehler gemacht habe, aber eben oft nur auf Vorgaben aus der Bundespolitik reagiere. Wie viele Berliner der rund 800 WASG-Mitglieder das ähnlich sehen, wird sich kommende Woche zeigen. Am 28. Februar beginnt die einwöchige Urabstimmung.

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