Berlin : Die Motivationstrainerin

Kirsten Böttner leitet den Grünen-Wahlkampf

Sabine Beikler

Alles ist grün: Zettel, Plakate, Sticker, Kugelschreiber und T-Shirts an den Wänden mit der Aufschrift „Der Sommer wird Grün.“ So ein Ambiente stärkt die Identifikation der vielen freiwilligen Wahlkampfhelfer mit der Partei, die in den Räumen des Grünen-Landesverbandes in der Lindenstraße Briefe schreiben, Aufrufe verschicken und viel telefonieren. „Corporate Identity ist wichtig für die Motivation“, sagt die grüne Wahlkampfmanagerin Kirsten Böttner. Die 42-Jährige ist erfahren, was Mobilisierung, Motivation, Stress und noch mehr Stress angeht, je näher der Wahltermin rückt. „Unzählige Wahlkämpfe“ hat die resolute Bremerin schon mitgemacht: von 1988 bis 1999 als Geschäftsführerin im Steglitzer Grünen-Kreisverband und seit 1999 als Landesgeschäftsführerin der Partei.

Sie ist eine leidenschaftliche Organisatorin, die heimliche Strippenzieherin im Landesverband, der Sprung in die aktive Politik hat Böttner dagegen nie interessiert. Seit 1983 in Berlin, studierte sie Skandinavistik, Publizistik, Geografie und arbeitete in einer Stadtteilzeitung mit, bevor sie 1988 den Grünen beitrat.

340 000 Euro soll der Berliner Wahlkampf kosten: Die Hälfte übernimmt der Landesverband, der Rest wird auf die Kreise aufgeteilt. Die Werbung soll in zwei Phasen laufen: Rund 100 Helfer hängen bis 21. August 6000 Plakate auf, dann noch einmal 4000 bis zum 18. September.

Und natürlich suchen auch die Grünen die Nähe zum Wahlvolk: „Die Leute sollen grüne Inhalte und Kandidaten direkt erfahren“, sagt Böttner. Dazu soll am 1. August die „Wählbar“ am Tacheles in der Oranienburger Straße eröffnet werden. Vom 5. bis 7. August ist dort eine „Rede-Rallye“ mit den Grünen-Ministern Renate Künast, Joschka Fischer und Jürgen Trittin geplant.

Mit ihrer Spitzenkandidatin Künast wollen die Berliner Grünen das Thema Verbraucherschutz besetzen. Mit den Themen „Kinder und Familie, Bürgerrechte, Integration sowie Arbeit und Soziales“ wollen sie vor allem großstädtische Wählerstimmen gewinnen.

Wie der Grünen-Slogan in der zweiten Phase ab 22. August heißen wird, weiß der Berliner Landesverband noch nicht. „Erst einmal mobilisieren, dann sehen wir weiter“, sagt Kirsten Böttner. Noch ist sie entspannt.

Die Wahlkampfmanager der großen Parteien stellen wir in diesen Tagen in lockerer Reihenfolge vor.

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