• Die Multimedia-Unternehmen in der Stadt wollen kooperieren, um mit Köln, München oder Hamburg mitzuhalten

Berlin : Die Multimedia-Unternehmen in der Stadt wollen kooperieren, um mit Köln, München oder Hamburg mitzuhalten

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Um ihre Kräfte zu bündeln und nicht länger Standorten wie Köln, München oder Hamburg im globalen Wettbewerb hinterherzulaufen, schliessen sich die Multimediaproduzenten der Bundeshauptstadt zusammen. Unter dem Markenbegriff Interface-Berlin, ein Verein, der am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wollen sich die angeschlossenen Firmen künftig eine bessere Ausgangsposition auf den internationalen Märkten verschaffen.

Zu den 13 Gründungsmitgliedern gehören Firmen wie Melle.Pufe.Thiessen, bildbau, Com Box, Lunatic interactive, artemedia oder MetaDesign. Christian Helwig, bei interface zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, setzt auf die Sogwirkung der Initiative. "Zur Zeit gibt es in der Hauptstadt nicht einmal einen Stammtisch, der Gleichgesinnte zusammenführt. Gegenüber den großen Medienstandorten ist Berlin spät dran", sagt Helwig. Für ihn dränge sich der Eindruck auf, dass der Respekt vor großen Namen die Kräfte lähmt. In Berlin werde selten von Mitbewerbern, aber immer von der Konkurrenz gesprochen.

Das soll sich ändern. Zwar sei es schwer genug, die im Multimediageschäft tätigen Unternehmen für eine Mitarbeit zu gewinnen. Doch Helwig ist überzeugt, dass nur durch Konzentration, eine verbesserte Organisation und die gemeinsame Darstellung nach aussen die Standortvorteile konsequenter genutzt werden können. Interface versteht sich als Initiative, die für Berlin neue Kunden und Märkte erschliessen will.

Die Initialzündung leistete die Wirtschaftsförderung Berlin (WFB). "Berlin ist der Standort mit der stärksten Dynamik und Berlin ist Capital of Talents. Es gibt 7900 Unternehmen in der Medien- und IT-Branche mit 100 000 Beschäftigten, aber kaum einer weiß es," sagte WFB-Geschäftsführer Hans Estermann anläßlich der Gründung von Interface. Weitere 150 Unternehmen, darunter Werbeagenturen, Verlage und TV-Produktionen stünden noch vor den Toren. Damit müsse es möglich sein, in den nächsten fünf Jahren 30 000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, so Estermann.

Die Interface-Mannschaft will dazu beitragen, dass diese Rechnung aufgeht. Bevor mit Auftritten in anderen Regionen zu rechnen ist, soll zunächst die eigene Plattform vergrößert werden. "Noch schlägt uns ein gewisses Misstrauen entgegen", sagt Christian Helwig. Der Mitgliedsbeitrag von lediglich 500 DM pro Jahr soll dem Interessenverein helfen, denkbare Hürden schneller zu überwinden.

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