Berlin : Die Nationalelf kommt, um den Fans zu danken

Das Team um Trainer Klinsmann tritt Sonntagmittag am Brandenburger Tor auf Wowereit zieht WM-Bilanz: „Berlin hat hervorragende Performance gezeigt“

André Görke

Sie hätten auch bequem in den Sommerurlaub fahren können, am Tag nach dem WM-Spiel um Platz drei. Doch die deutschen Fußball-Nationalspieler haben sich entschieden, am Sonntag noch einmal nach Berlin zurückzukehren – um sich von den Fans zu verabschieden. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gestern bekannt. Die Nationalspieler werden um 12 Uhr auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor erwartet. Nationaltorhüter Jens Lehmann sagte in Berlin, dass die Verabschiedung „der emotionalste Höhepunkt meiner Karriere“ sein werde. „Ich denke, dass es für uns alle ein bleibendes Bild sein wird. Das ist ein Abschluss, der unseren Dank ausdrücken wird. Diese Geste ist wichtig.“

Um 20 Uhr wird dann am Abend das Finale zwischen Italien und Frankreich übertragen. Am Samstag, 21 Uhr, wird auf der Fanmeile das WM-Spiel der Deutschen gegen Portugal gezeigt. Erwartet werden wieder mehr als 750 000 Zuschauer.

Bei vergangenen Turnieren hatte sich die Nationalmannschaft stets in Frankfurt am Main verabschiedet, weil sich dort die DFB-Zentrale befindet. Doch zu Berlin hat die Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen eine besondere Beziehung aufgebaut. Seit 5. Juni wohnen die Spieler im Schlosshotel Grunewald, an ihren freien Tagen wurden sie in Cafés und Bars in der Stadt gesehen – und blieben ungestört. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte die Nähe zu den erfolgreichen Fußballern: Am Mittwoch lud sie eine Delegation um Torwart Lehmann ins Kanzleramt ein – zum Abendessen.

Wie berichtet, wird dann am Sonntagabend im Olympiastadion eine kurze Abschlussfeier vor dem Finale gezeigt. Wie das deutsche WM-Organisationskomitee gestern in Berlin mitteilte, werde die Show mit den Musikern Shakira und Wyclef Jean und vielen Tänzern um 19.35 Uhr beginnen und um 19.46 enden. In der Halbzeitpause tritt Star-Tenor Plácido Domingo auf.

Zu den 69 000 Fans im ausverkauften Olympiastadion gehört am Sonntag auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Er zog im Tagesspiegel- Interview seine WM-Bilanz: „Ich denke, dass wir als Stadt eine hervorragende Performance gezeigt haben.“ Auch mache er sich nun Hoffnung für Olympia 2020.

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