Berlin : Die neu entdeckte Pracht

Die Preußenstiftung und ihre Schmuckstücke

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DIE STIFTUNG

Dieses Vermögen gibt es nicht noch einmal in Deutschland: 150 historische Gebäude, 26 geöffnete Museumsschlösser, 700 Hektar Parkfläche. Sie gehören zur 1995 gegründeten Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Sie pflegt die ehemaligen königlichen Anlagen in Berlin und Potsdam sowie in Oranienburg, Caputh, Rheinsberg, Königs Wusterhausen und Paretz. Vorgänger war die 1927 gebildete Verwaltung der „Staatlichen Schlösser und Gärten“, die sich mit dem ehemals regierenden Königshaus über den Aufbau und die Öffnung von Museumsschlössern geeinigt hatte. Die Schlösserstiftung erhielt im Vorjahr vom Land Brandenburg 11,3 Millionen Euro, vom Land Berlin 6,6 Millionen Euro und aus dem Bundeshaushalt 12,9 Millionen Euro Zuschuss. Sie erwirtschaftete 12,5 Millionen Euro selbst, unter anderem durch Eintrittsgelder. Gebraucht werden zur Restaurierung und Pflege des riesigen Erbes aber rund 300 Millionen Euro.

METAMORPHOSEN

Seit der Wiedervereinigung konnten viele Schlösser der Stiftung buchstäblich wiederentdeckt werden. Zu den Glanzstücken zählt das kürzlich im Innern fertig gestellte Marmorpalais im Neuen Garten von Potsdam, das zwischen 1961 und 1989 als Armeemuseum verunstaltet war. Vor dem Eingang stand zum Anlocken der Besucher ein Düsenjäger. Das Schloss Oranienburg war als Kaserne der Grenztruppen ebenso verunstaltet wie die zu Ausbildungsstätten umfunktionierten Schlösser in Paretz und Caputh. Rheinsberg mit seinen Salons und Sälen diente als Diabetikerheim.

SANSSOUCI IST SPITZE

2,24 Millionen Besucher zählten die Museen und historischen Gebäude der Schlösserstiftung in Berlin und Brandenburg 2005. Sanssouci war mit 326 000 Gästen der Magnet, gefolgt vom Schloss Charlottenburg (257 000) und dem Neuen Palais (243 000). Außerhalb der beiden Großstädte zogen Rheinsberg (57 000) und Caputh (33 000) die meisten Neugierigen an.

ZAHLEN FÜR DEN PARK

Um die Einnahmen zu erhöhen, bittet die Schlösserstiftung seit Mitte März um den Kauf einer Eintrittskarte für den Park Sanssouci. Sie kostet zwei Euro. Noch in diesem Jahr soll der Schlosspark Charlottenburg folgen. Im Neuen Garten in Potsdam kommt der freiwillige Parkeintritt wahrscheinlich 2007. Ste.

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