Berlin : Die Opposition macht Schule

Christdemokraten und Grüne befassen sich auf Landesparteitagen mit der Bildungsförderung – die Liberalen setzen auf Deregulierung

Sabine Beikler,Werner van Bebber

Schul- und Bildungsfachleute haben es derzeit gut in der Berliner Politik – sie müssen nicht groß um Aufmerksamkeit werben. Die CDU will nun auf einem Landesparteitag an diesem Sonnabend ein schulpolitisches Konzept beschließen. Die Grünen befassen sich auf einer Landesdelegiertenkonferenz mit der Bildung in Kitas und Schulen. Die Gedanken der FDP hat deren schulpolitische Sprecherin Mieke Senftleben zusammengefasst. In der Opposition, das zeigt sich, gibt es nicht allzu viele schulpolitische Gemeinsamkeiten.

Im CDU-Leitantrag erstaunen eine Rhetorik und eine Begrifflichkeit, die man eher in Bayern vermuten würde: Fleiß, Disziplin, Verantwortung, Pflichtbewusstsein. Das Papier liest sich, als sei an Berliner Schulen eine kleine Kulturrevolution geplant. Wie das geschehen soll, ist dem CDU-Konzept nicht zu entnehmen.

Das Papier der Grünen setzt dagegen auf Gemeinsamkeit. Zwar ist auch hier von „Eigenverantwortung“ die Rede, doch die Rhetorik drängt ins Gegenteil: gemeinsam lernen an der Einheitsschule, und zwar ganztägig. Kompetenz ist für Grüne Sozialkompetenz, statt Zensuren wollen sie die „Dokumentation der individuellen Lernentwicklung“. Die Grundgedanken der FDP könnte man kurz fassen: In fast jeder Hinsicht das Gegenteil der Grünen. Die Liberalen wollen Selbstständigkeit für die Schulen.

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