Die Partei : Spaßpartei will jetzt im Bund mitmischen

Der Satiriker Martin Sonneborn ist mit dem Echo in Berlin zufrieden. Noch vor den ersten Hochrechnungen schwärmt er schon von der Bundestagswahl 2013.

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Martin Sonneborn sieht ausgeruht aus, als er Sonntagmittag für ein spätes Frühstück ins Café Hackbarth’s in Mitte kommt. Die „Wahlsiegparty“ seiner Gruppierung „Die Partei“ am Vorabend am Schlesischen Busch – „um Zuversicht zu suggerieren, dass wir gewinnen“ – habe nicht so lange gedauert. Um halb zwei sei er im Bett gewesen. Wahlkampf war für Sonntag nicht mehr geplant, „man soll die Wähler ja nicht überfordern“.

Die vergangenen Wochen waren für den früheren Chef des Satiremagazins „Titanic“ und Außenreporter bei der ZDF-Comedysendung „Heute Show“ anstrengender als gedacht, alles habe sich verselbstständigt, sagt er. Noch nie habe er so viel Sympathie für „Die Partei“ erlebt. Bei der vorigen Wahl erreichte sie 0,4 Prozent, jetzt sollte es ein Prozent werden, sagt Sonneborn. Damit man Wahlkampfkosten zurückerstattet bekomme. „Dafür würden wir den Berlinern ein neues Eisbärbaby kaufen.“ Am frühen Abend dann wollte Sonneborn mit den anderen Kandidaten und Parteimitgliedern die Wahlergebnisse in einer Bar in Treptow abwarten. Zuvor aber war noch etwas „Spaß auf Kosten einer anderen Partei“ geplant – mit einem Flashmob auf einer Wahlparty.

Sonneborn liebt die öffentlichkeitswirksamen Aktionen, ob Fackelzug durchs Brandenburger Tor oder Überkleistern von NPD- Werbung. Die Plakate mit einem schwarz angemalten Sonneborn und dem Spruch „Ick bin ein Obama“ hätten bei einigen Amerikanern Aufsehen erregt, sagt Sonneborn. Manche legten das als Rassismus aus. Verschiedene Medien hätten sich deshalb bei ihm gemeldet.

Zwischendurch klingelt das Handy, eine Freundin erzählt von einem besetzten Hostel in der Oranienstraße in Kreuzberg. „Hoffentlich ist das nicht auf uns zurückzuführen“, sagt Sonneborn, „wir haben ja gegen Touristen Wahlkampf gemacht“. Der Anflug eines Grinsens. Noch vor den ersten Hochrechnungen schwärmt er schon von der Bundestagswahl 2013. Dann wolle „Die Partei“ mit den K.I.Z.-Rappern Nico und Maxim als Spitzenkandidaten auf Bundesebene angreifen.

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