Berlin : Die Party zum Protest: Transsylvanians, Prinzen, Heinz Rudolf Kunze

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„Vor so vielen Menschen haben wir noch nie gespielt“, sagten die Prinzen nach ihrem Auftritt bei der Großdemonstration gestern Mittag. Unter die Demonstranten direkt vor dem Brandenburger Tor hatten sich gegen zwölf längst auch viele ihrer Fans gemischt – sie waren nur wegen des Konzerts gekommen. „Gratis und draußen bei so einem Wetter – das ist einfach super“, strahlte PrinzenFan Anita Schmuck aus Zehlendorf. Eine halbe Stunde lang spielten die fünf ostdeutschen Softrocker Hits wie „Deutschland“, „Mann im Mond“ und – wie gemacht für eine Solidaritätsdemo wie diese – den Song „Du musst ein Schwein sein“. Mit Massen-Protesten habe man 1989 ja gute Erfahrungen gemacht, rief Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel den Demonstranten zu: „Und wir haben gesehen, das bewirkt wirklich was!“

Bereits am Vormittag hatte die Band Transsylvanians gespielt. Viel Applaus gab es für Heinz Rudolf Kunze. Bei seinen alten Hits wie „Alles, was sie will“ oder „Dein ist mein ganzes Herz“ konnte das überwiegend junge Publikum zwar mehrheitlich nicht mitsingen; mit Bier und Bockwürsten in der Hand machte sich bei vielen trotzdem Volksfeststimmung breit.

Die Musiker spielten alle nicht umsonst. Wie hoch die Gage war, wollte eine DGB-Sprecherin nicht verraten. Die Bands hätten wegen des besonderen Anlasses allerdings nur ein sehr kleines Honorar verlangt. jule

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