Berlin : Die PDS – Partei der Kurden?

Die türkische Tageszeitung Milliyet interviewte PDS-Landeschef Stefan Liebich

Suzan Gülfirat

Interviews mit Berliner Politikern werden auch in türkischen Zeitungen regelmäßig veröffentlicht. „Wir haben mit dem PDS-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Stefan Liebich über Rechtsextreme, Islamismus, Beziehungen Türkei–EU und die Beziehung der PDS zu Kurden gesprochen“, schrieb die Milliyet zum Beispiel am vergangenen Dienstag in ihrer Europa-Beilage. Auch die PDS-Abgeordnete Helin Evrim Baba war beim Interview dabei. „Liebich hat auf Fragen, die die türkische Öffentlichkeit interessieren, geantwortet“, erklärte Milliyet zum 250 Zeilen-Interview.

Die Antworten überraschten aus deutscher Sicht nicht, aber interessant waren die Fragen. „In der Öffentlichkeit hat die PDS das Image, die Partei der Kurden zu sein. Ist dies richtig?“, wollte Milliyet in einem der zwölf Punkte wissen. Darauf antwortete Stefan Liebich: „Wir schauen nicht auf die Herkunft der Leute. (…) Wir haben in diesem Punkt keine Probleme, aber ein Problem sind die Diskussionen zwischen Türken und Kurden.“ Daraus wurde ein Zitat in der Überschrift: „Die PDS ist nicht die Partei der Kurden.“

Auch in der nächsten Frage ging es um dieses Thema. „Bevor die Kurdenorganisation PKK verboten wurde, waren bei deren Demos auch PDS-Abgeordnete dabei. Aber wenn Türken Probleme hatten, sahen wir keinen einzigen PDS-Politiker.“ Die PDS weiß nun offenbar, was zu tun ist. „Ich bin dagegen, dass die SPD als die Partei der Türken und die PDS als die Partei der Kurden gesehen wird. Wenn dies so ist, müssen wir das ändern“, sagte Stefan Liebich.

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