Berlin : Die Phantome der Hutmacher

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Katja Steffel hat ein Problem, und alle Gäste auf der gestrigen Hutparty von Ulla Klingbeil können es auf Anhieb erkennen: An Krücken gestützt und von Ehemann und CDU-Fraktionschef Frank Steffel begleitet, bemühte sie sich - das Bein bis zum Knie bandagiert - ins Schloß Cecilienhof. „Ich bin mit dem Staubsauger die Treppe runtergefallen.“ Wieder und wieder musste Katja Steffel an diesem Nachmittag die Geschichte ihres Bänderrisses erklären.

Den geschichtsträchtigen Veranstaltungsort, wo im Sommer 1945 Truman, Churchill und Stalin Deutschlands Schicksal verhandelten, wählte Ulla Klingbeil zum ersten Mal für ihre schon legendäre Wohltätigkeitsparty. Wieder fließt der Erlös der Festivität in Heime für Kindern und Jugendliche. Und so lustwandelten behütete Damen und betuchte Herren aus Berlin, Paris und sonstwoher rund um das Schloss Cecilienhof, das Wilhelm II. 1913 im Neuen Garten zwischen Heiligem See und Jungfernsee als Wohnsitz für das Kronprinzenpaar im Stil eines englischen Landhauses der Tudor-Zeit errichten ließ. Gegen den Obolus ins Sparschwein des Vereins Arikalex wurde im Gegenzug im romantischen Park-Ambiente der historischen Lokalität auch etwas geboten: Harfen- und Klezmermusik, „pompööse“ Mode, Pomp-Duckand-Circumstances-Showeinlagen und Landauer-Spazierfahrten in sonst nicht öffentlich zugänglichen Teilen des Neuen Gartens.

Passend zum Motto „Chapeau Euro“ ließen sich die rund 250 Gäste zunächst einmal die vierstöckige Cremetorte mit Zuckergusshüten und -Euroscheinchen schmecken. Angeschnitten hatte sie die Béatrice de Bourbon des Deux Siciles, eine Nachfahrin des Sonnenkönigs Louis XIV. Danach ließ sie sich von der Gastgeberin die Damen der Gesellschaft vorstellen.

Ira von Fürstenberg verließ die Party allerdings auffallend früh, dafür lobte Marianne von Brandstetter in aller Ausführlichkeit die Hüte der anwesenden Damen: „Sie sind alle so wunderbar, und sie unterstreichen die Persönlichkeit der Frauen.“ Eine der auffälligsten Kopfbedeckungen präsentierte Schauspielerin Desirée Nick (riesig, roséfarben und mit rosa Schleife), aber auch Ariane Sommers schwarz-dunkelroter Hut, der mit roten Blättern bestückt war, ließ die Fotografen-Herzen höher schlagen.

Irgendwann hieß es aus der Küche „Kaffee stoppen“ - die Damen und Herren wechselten zum Champagner über, und nach Harald Glööcklers Modenschau wurde das Kuchenbüffet gegen ein „Flying Buffet“ mit warmen und kalten Köstlichkeiten ausgetauscht. hema/tabu

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