Berlin : Die Polizei löste Marsch von Neonazis in Hellersdorf auf

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Die Polizei hat Dienstagabend in Hellersdorf einen Marsch von 27 Neonazis gestoppt. Die Rechtsextremisten wollten des zwölften Todestages von Rudolf Heß "gedenken". Der einstige Stellvertreter Hitlers in der NSDAP hatte sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrecher-Gefängnis Spandau umgebracht. Seitdem versucht die rechte Szene jedes Jahr, mit öffentlichen Aktionen ihr Idol zu feiern. Die Demonstranten in Hellersdorf riefen "Rudolf Heß, du bleibst immer unter uns". Auch in anderen Bundesländern versuchten Neonazis, zu marschieren.

Die 27 Neonazis in Hellersdorf, fast alle aus dem Bezirk stammend, wurden von der Polizei zur Gefangenensammelstelle gebracht und mussten bis sechs Uhr früh im Anschlussgewahrsam ausharren. Am Einsatz waren neben Beamten der Direktion 7 auch Kräfte der Spezialeinheit PMS beteiligt. Sichergestellt wurden Plakate und Fahnen.

In Barmstedt (Schleswig-Holstein) löste die Polizei einen Rudolf-Heß-Marsch von 53 Rechtsextremisten auf. Zehn Demonstranten wurden festgenommen. Auf der Flucht vor der Polizei verursachten Teilnehmer dabei einen Verkehrsunfall. Bei der anschließenden Personenkontrolle wurde ein Beamter leicht verletzt.

Ungefähr 50 Neonazis zogen mit Fackeln im Ostseebad Rostock-Warnemünde über die Strandpromenade. Als die Polizei eintraf, gaben die Demonstranten auf.

Am letzten Wochenende hatte die Polizei in Hessen durch umfangreiche Personenkontrollen Veranstaltungen von Neonazis zur Erinnerung an Heß verhindert. Auch in Kopenhagen fiel ein Heß-Marsch aus. In den letzten Jahren hatten dänische Neonazis zusammen mit "Kameraden" aus Deutschland und anderen Staaten Demonstrationen zu Ehren von Heß veranstaltet.

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